Kornkreise in der Schweiz

2003

Drei Saisonrückblicke aus der Sicht des KORE's Teams:

Peter Jetzer (hier klicken oder nach unten scrollen)

Werner Anderhub (hier klicken oder nach unten scrollen)

Thomas Peterlunger (hier klicken oder nach unten scrollen)

Hinweis: Die Meinung eines Einzelnen muss nicht unbedingt mit der nach aussen vertretenen Meinung der Gruppe übereinstimmen.


Allgemeines

Nach dem grossen Medienintresse von letztem Jahr war zwar zu erwarten, dass sich nun diverse Menschen veranlasst fühlten, eigene Versuche im Feld zu starten. Umsomehr möchten wir noch einmal darauf hinweisen:

Das Herstellen von Kornkreisen in Feldern deren Besitzer sie nicht selbst sind, oder ohne entsprechende Erlaubnis des Landwirtes, ist strafbar! Es handelt sich um Landfriedensbruch und um Sachbeschädigung und kann strafrechtlich geahndet werden!!! Bereits 3 Landwirte haben den Schaden in ihren Feldern bei der Polizei gemeldet und /oder Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Wir unterstüzten dieses Vorgehen und raten dies den betroffenen Landwirten sogar an. Nicht nur um diesem Trend entgegenzuwirken, sondern auch in eigenem Interesse. Wir Kornkreisforscher gehören auch zu den Geschädigten, wenn wir Zeit, Geld und Arbeit aufwenden, um bewusst angelegte Fälschungen zu besuchen, zu fotografieren, zu vermessen und zu dokumentieren.

Wer aus wissenschaftlicher Neugier und / oder zu Vergleichszwecken eigene Kreise in Felder legt, soll dies uns doch bitte mitteilen (z.B. per E-Mail). Solche Versuche können uns vorangemeldet werden, oder spätestens im Feld kann ein Schild mit Kontaktadresse der Versuchsleiter hinterlassen werden. Danke. Ihr KORE's Team.

2003

SG

Schnottwil, Kanton Bern

gemeldet im Juli 2003

 

SG

Berg Dägerlen, Kanton ZH

gemeldet im Juli 2003

 

SG

Suberg, Kanton Bern

gemeldet am 25. Juli 2003

(aufs Bild klicken)

SG

Orpund, Kanton Bern

gemeldet am 22. Juli 2003

(aufs Bild klicken)

SG

Herznach, Kanton Aargau

gemeldet am 11. Juli 2003

(aufs Bild klicken)

SG

Kanton St.Gallen

gemeldet am 9. Juli 2003

(aufs Bild klicken)

 Neunkirch

Neunkirch, Kanton Schaffhausen

gemeldet am 30. Juni 2003

(aufs Bild klicken)

Diagramm Siblingen

Siblingen II, Kanton Schaffhausen SH

gemeldet am 25. Juni 2003

(grobe Zeichnung der Form)

Diagramm Busswil

Busswil, bei Lyss, Kanton Bern

gemeldet am 20. Juni 2003

(aufs Bild klicken)

Diagramm Siblingen

Siblingen, Kanton Schaffhausen SH

gemeldet am 19. Juni 2003

(aufs Bild klicken)


Peter Jetzer

Schweizer-Korn-und Graskreise

Rückblickend auf das Kornkreis-Jahr 2003 muss ich doch feststellen, dass in der Schweiz die gemeldeten Formationen gegenüber 2002 um über 300 % zugenommen haben. So wurden wir doch regelrecht gefordert und mussten in kurzer Zeit mehrmals ausrücken.

Die meisten dieser Formationen gehen meiner Meinung nach aber auf das Konto von Nachahmungskünstlern die sich das Herstellen von Kornkreisen zum Hobby gemacht haben. (Wie es auch aus England seit längerem bekannt ist).

Auch haben wir leider von einigen Formationen nur Luftaufnahmen und konnten daher diese doch recht interessanten Gebilde (z.B. Orpund) vor Ort nicht mehr untersuchen, weil uns die Meldungen zu spät erreichten, oder der Mähdrescher kurz nach der Luftaufnahme seine Arbeit bereits in Angriff nahm.

Interessant wäre auch der Kreis in Berg /Dägerlen gewesen., von dem uns freundlicherweise ein Bild zugesandt wurde. Hier hätten wir es mit einem Bio-Feld zu tun gehabt, in welchen bekannterweise keine Traktorspuren zu finden sind. Um keine Spuren zu hinterlassen, werden ja fast ausschliesslich diese Traktorspuren von Fälschern für den Zutritt ins Feld benutzt. Bleibt für mich unter den Favoriten nur noch der Kreis von Siblingen 1, den ich mit 50% zu 50% einstufe . Bringt er doch einige recht interessante Details zum Vorschein wie z.B. ineinanderlaufende Bodenmuster was einiges an "Fälscherkunst" erfordern würde.

Was mit grösster Wahrscheinlichkeit in die Kategorie "Schabernack" eingestuft werden kann, sind die Gebilde von Herznach, (Herznacher-Schnecke mit Zähnen), Siblingen 2 (Davidstern) und Neunkirch (Schneemann mit Heiligenschein). Diese waren von der Geometrie her doch recht unregelmässig und zeigten verschiedene Merkmale, die auf "Handmade" hinwiesen. Mein Favorit bleibt aber der von einer Bauernfamilie aus Ufhusen (Kanton Luzern) gemeldete. Nicht ein Kornkreis, nein, sondern ein "Klee-Ring" . mit ca.. 2.5 m Durchmesser, inklusive Grapshot? Und dies aus gutem Grunde. Das Kleefeld war abseits der Zubringerstrasse in einer Senke und vorher von niemandem betreten worden. Das Merkwürdige daran waren jedoch die Halme und Blätter der untersten, niedergelegten Schicht im Ring, die wie schwarz eingefärbt waren und bereits zu faulen angefangen hatten. Dieser Prozess findet aber bei mechanisch niedergedrücktem Klee nicht statt. (Gemäss Rücksprache mit der doch erstaunten Bauersfamilie.)

In der Hoffnung auf weniger, dafür "echte" Kornkreise im Jahre 2004

Peter Jetzer für KORE's im Dezember 2003


Werner Anderhub

Statistisch gesehen gehörte die Schweiz in den vergangenen Jahren nicht zu den Hotspots auf dem Erdplaneten, was Meldungen neuer Kornkreise betrifft. Es wäre nun falsch zu behaupten, die Saison 2003 hätte uns von KORES (Kornkreiserforschung Schweiz) keine Arbeit verursacht, um Meldungen innerhalb der Schweiz nachzugehen. Aus Erfahrung aus der Feldforschung im Ausland war mir klar, dass mit zunehmendem Bekanntheitsgrad des Kornkreisthemas in der Schweiz auch die Wahrscheinlichkeit der menschlichen Imitationen und Nachtstreiche steigen würde. Dem war jedoch seit dem Jahre 2000, als das Thema mit unserer Buchveröffentlichung überall in den Medien hierzulande erwähnt wurde, noch für gut zwei Jahre überraschender Weise nicht so. Erst in dieser Saison sind uns eindeutig vermehrt Meldungen von Getreideniederlegungen berichtet worden, teils von den Bauern selbst, teils von Passanten und Piloten.

Von den insgesamt 10 Fallbeispielen im Jahre 2003 innerhalb unseres Landes lässt sich zusammengefasst folgendes aussagen: 3 Feldzeichen konnten nicht vor Ort beurteilt werden, weil bereits abgemäht (Schnottwil, Juli / Berg Dägerlen, Juli / Orpund, 22.7. ) oder 2 andere Fälle, weil viel zu spät gemeldet (Suberg, 25.7. / Neunkirch, 30.6. ) . Von den restlichen 5 Formationen waren deren 3 (Herznach, 11.7. / Ort im Kt. St.Gallen, 9.7. / Siblingen II, 25.6. ) eindeutig menschlicher Herkunft. Da liessen sich die typischen Hinweise finden, die Menschen hinterlassen, wenn sie zu nächtlicher Stunde in einem Felde Hand anlegen.

Bleiben noch die beiden Formationen von Busswil bei Lyss vom 20.6. und Siblingen I vom 19.6., bei denen Thomas Peterlunger oder Peter Jetzer von KORES untersucht haben. (Siehe Saisonberichte von Thomas Peterlunger und Peter Jetzer.)

Diese beiden Feldzeichen konnte ich jedoch wegen längerer Abwesenheit erst nach 10 und mehr Tagen besichtigen. Zu einem Zeitpunkt also, da es für mich wenig Sinn mehr macht, eine Feldanalyse anhand der physikalisch beobachtbaren Details zu erstellen. Zu viele mögliche Details und Spuren sind bis dahin von den Feldbesuchern verfälscht worden. Wenn ich einzig die Luftbilder beurteile, was zwar keiner Vollständigkeit entspricht, jedoch in vielen Fällen schon eine Richtungsweisung vorgibt, so kann ich zu beiden das gleiche aussagen:

"Sie sehen recht interessant aus, weisen jedoch beide Unregelmässigkeiten auf, die zumindest anhand der mehrere hundert Felderfahrungen im Ausland menschliches Einwirken nicht ausschliessen." Am meisten beeindruckt mich der Kornkreis von Orpund. Dies stützt sich jedoch einzig auf die Luftbildbeurteilung. Für eine Analyse vor Ort war es leider niemandem von KORES mehr möglich, da die Mähdrescher bereits ihre Arbeit verrichtet hatten. So gesehen verlief die Kornkreissaison 2003 hierzulande von der Anzahl Fallbeispiele zahlreicher aus als je zuvor. Demzufolge waren wir von KORES mit erheblichem Arbeitsaufwand konfrontiert. Aber war die Saison demzufolge viel aussagekräftiger und spannender, was die offenen Fragen des Kornkreisphänomens betrifft? Nach meiner Meinung bleibt unter dem Strich wenig Überzeugendes. Einzig bei 4 Beispielen sind Teilansätze des Phänomens beobachtbar. Ob sie jedoch einer Beurteilung vor Ort oder sogar einer wissenschaftlichen Laboranalyse standhalten könnten, wissen wir nicht und werden es auch nie herausfinden. Haben wir deswegen wieder den aus den Vorjahren gewohnten Status quo bei den Feldereignissen? Ich würde dies mit einem grossen Ja und einem kleinen Aber beantworten.

Die Schweiz gehörte bisher nie zu den Ländern, die mit zahlreichen aufsehenerregenden und merkwürdigen Kornkreis-Feldgeschehnissen jährlich von sich reden machten. Und dies war objektiv gesehen auch in diesem Jahr kaum der Fall. Dennoch ist es auch für nächstes Jahr eine Zielsetzung, möglichen Feldgeschehnissen raschmöglichst zu begegnen. Denn die Gunst der ersten paar Stunden sollte nicht verpasst werden! Denn zu diesem Zeitpunkt lässt sich mit einer gewissen Felderfahrung oftmals die Spreu vom Weizen trennen. Mit Spreu meine ich den Geltungsdrang einiger Menschen, oder bestenfalls eine gewisse künstlerische Ambition von Menschengruppen, klammheimlich oder angekündigt im Getreide Hand angelegt zu haben. Beides konnte erwiesenermassen schon vielerorts beobachtet werden. Auch mit gewisser Besorgnis in diesem Jahr hierzulande. Und mit dem Begriff Weizen meine ich eben jenes Phänomen, welches als Kornkreise weltweit schon für beachtliche Aufmerksamkeit sorgte, weil es bei genauerer Betrachtung nicht mit einer einfachen Lösung beantwortet werden kann. Wie wir bisher wissen, trifft dieses Rätseln auch für Fachspezialisten aus der Wissenschaft zu. Dies ist für Feldforscher ein möglicher Trost und Motivation zugleich, sich mit dem Geheimnis weiterhin auseinander zu setzen.

Sollte das Kornkreisphänomen direkt mit einem planetaren Evolutionsschritt zusammenhängen, wie dies anhand mehrerer Quellen und Überlieferungen interpretiert werden kann, so ist folgendes zu erwähnen: Demzufolge werden die Kornkreise nicht auf ewige Zeiten so zahlreich und augenfällig in Erscheinung treten wie es in den vergangenen 15 Jahren zu beobachten war. Ein Stichdatum für die Einstellung der jetzt laufenden Erscheinungswelle könnte das Jahr 2012 darstellen. Also bald einmal. Ob wir bis dahin unser Bewusstsein entsprechend erweitert haben, um diese Tragweite überhaupt verstehen und begreifen zu können, bleibt im Verantwortungsbereich eines jeden einzelnen Menschen. Und dass wir nie ausgelernt haben, wussten schon Menschen früherer Epochen. In diesem Sinne ging und geht Entwicklung auf einem belebten Planeten nicht linear von sich, auch nicht auf dem Erdplaneten.

Werner Anderhub für KORE's im Dezember 2003


Thomas Peterlunger

Anlaufstelle

Die diesjährige Saison mit immerhin 10 Kornkreismeldungen in der Schweiz zeigte unter anderem auch, dass das eigentliche Ziel unser Homepage Jahr für Jahr besser erreicht wird, nämlich als Anlaufstelle zu dienen um aufgetauchte Kornkreise in der Schweiz melden zu können. Der Öffentlichkeitsarbeit sei Dank. Der Eindruck, dass immer mehr Menschen in unserem kleinen Land bereits etwas von einer Schweizer Homepage zum Thema Kornkreise gehört haben oder jemanden kennen der sie darauf verweisen kann, scheint nicht zu trügen. Erfreulich ist dabei, dass die Meldungen sowohl von Landwirten selbst, aber auch von lokalen Fernsehsendern direkt an uns gelangten. Leider erreichten uns trotzdem einige Meldungen sehr spät, so dass im Feld selbst nichts mehr untersucht werden konnte. An dieser Stelle sei aber all jenen gedankt, die uns mit Informationen, Zeichnungen, Boden- und sogar Luftaufnahmen der Geschehnisse versorgten. Ich betrachte es als unsere Aufgabe, diese wertvollen Daten geflissentlich zu sammeln und für Untersuchungen bereitzuhalten; ungeachtet der abschliessenden Beurteilung der Kreise (sofern eine solche überhaupt möglich ist).

Qualität Grösse Komplexität

Bezüglich der Grösse und Komplexität der in der Schweiz in diesem Jahr aufgetauchten Kreise kann sicherlich eine Entwicklung festgestellt werden, die der englischen Kornkreisentwicklung natürlich um viele Jahre hinterherhinkt. Was die Qualität der Formationen betrifft, so liegen aber die Schweizer Kornkreise weit hinten. Die Frage sei erlaubt: Wer übt hier? Kommt das echte Phänomen mit dem Boden in unseren Breiten noch nicht klar oder sind hier erste Fälscher (-Gruppen) am Werk, die jetzt aktiv werden? Wie nach dem Medieninteresse und den zum Teil fragwürdigen Fernsehsendungen im letzten Jahr zu erwarten war, muss ich letzteres annehmen. Die Feldbegehungen haben dies eher bestätigt als uns das Staunen neu gelehrt. Das ist umso ärgerlicher, als dass unsere kleine Gruppe bereits in diesem Jahr mit zehn KK-Meldungen in kurzem Zeitraum stark an die Grenze ihres Aufnahmevermögens gelangte. (Wir arbeiten daran).

zum Beispiel Busswil...

Diese Formation konnte ich dank rascher Meldung und sofortiger Absperrung durch den Landwirt in sehr gutem Zustand untersuchen. Stellvertretend für die noch kommenden Kreise in der Schweiz entstand jedoch bereits hier ein zwiespältiger Eindruck der vom Staunen über die Schönheit des kleinsten Kreise bis zur Ernüchterung beim Anblick des grossen, geometrisch sehr ungenauen Ringes aus der Luft pendelte. Ich kann mich nicht durchringen hier ein abschliessendes Urteil abzugeben.

...oder Orpund

Der Telefon-Anruf eines Fernsehsenders überraschte mich im ungünstigsten Moment: "Dürfen wir sie bei der Erstuntersuchung eines neuen Kornkreises begleiten? Der Landwirt startet übrigens gerade den Mähdrescher..." Rückblickend bereue ich meinen Entscheid nicht, zuerst zum nächstgelegen Flughafen gerast zu sein um dort einen freien Piloten zu finden. Besser als unter dem Auge einer Fernsehkamera vor dem Mähdrescher herzurennen und in letzter Minute soviel niedergelegte Pflanzen wie möglich einzusammeln. Was bleibt sind die Luftaufnahmen (mit Mähdrescher) und die Aussenmasse des Feldes, anhand welcher ich nun noch die Grösse der Kreise berechnen kann. Dass dies für eine Beurteilung nicht reicht, dürfte wohl allen klar sein. Ich gebe die Hoffnung jedoch nicht auf, dass eines Tages eine Untersuchungsmethode gefunden wird, die auch aus sehr wenigen, oder sehr alten Pflanzenproben noch Antworten auf ein paar Fragen des Kornkreisphänomens geben kann.

Fazit

Die dem Kornkreisphänomen wie ein Gewicht am Bein lastende Dauerfrage: "Echt oder gefälscht?" bremst auch uns hier in der Schweiz bei der Diskussion um die tieferen Fragen des Kornkreisphänomens. Bleibt zu hoffen , dass das echte Phänomen im nächsten Jahr mit überwältigenden Bildern die Kopierer auf ihren Platz verweist...

Thomas Peterlunger für KORES im Dezember 2003

Haben Sie einen Kornkreis entdeckt? Melden Sie uns dies bitte gleich jetzt. Danke!