SIGN’s - Zeichen

Der Film von M.Night Shyamalam (im Filmverleih Buena Vista International)

Neu Filmkritik von Werner Anderhub (hier klicken)

Filmkritik von T.Peterlunger (hier klicken)

Ein paar Bilder aus dem Film (hier klicken)


Filmkritik von T.Peterlunger

Wichtiger Hinweis: Eine Filmkritik auf dieser Website wurde vom Marketing Director von Buena Vista Intenational (Switzerland) befürwortet, auch wenn diese negativ ausfallen sollte.Es handelt sich um die persönliche Meinung von Thomas Peterlunger.Sie muss nicht mit der Meinung der anderen KORE's-Mitglieder übereinstimmen. Zudem ist sie völlig unabhängig vom AT-Verlag.

Um es kurz zu sagen: Ich war sehr enttäuscht! Und in diesem Falle gilt das Wort in seiner ursprünglichen Bedeutung: Der Film behandelt nicht etwa hauptsächlich das Kornkreisphänomen, sondern zeichnet eine Science-Fiction Horrorvision von Aliens, die eine Invasion der Erde vorbereiten um hier Menschen zu „ernten„!

Die Täuschung wird sowohl durch den Filmtitel selbst, wie auch vor allem durch die Aufmachung des Filmplakates erreicht, auf welchem ein grosses Kornkreis-Piktogram in einem Maisfeld abgebildet ist.

Die offizielle Kurzbeschreibung des Film-Inhaltes lautet:

Farmer Graham Hess (Mel Gibson) entdeckt eines Morgens einen 200 Meter grosssen Kornkreis in einem seiner Felder. Rätselhafte Symbole, die Erklärungen fordern: Woher kommen die mysteriösen Zeichen? Sind es Botschaften einer anderen Zivilisation? Inmitten einer Medienhysterie sucht Hess gemeinsam mit seinem Bruder Merrill (Joaquin Phoenix) nach seiner ganz persönlichen Lösung - und muss dabei zunehmend seinen eigenen Glauben in Frage stellen.

Auch in diesem Text wird das eigentliche Hauptthema des Filmes verschwiegen, nämlich die Bedrohung der Familie Hess durch die agressiven Aliens. Während des ganzen Filmes bekommt der Kornkreis-Interessierte eigentlich nur dieses eine Piktogramm auf Mel Gibsons Feld zu sehen, die anderen sind alles Medienberichte in ihrem Fernseher (vermutlich Originalsequenzen aus den Neunzigerjahren aus England). Es wird auch keine Entstehung eines Kornkreises gezeigt, wie das feurige Leuchten auf dem Filmplakat suggeriert.

Wirklich bedenklich ist aber, dass nur eine einzige Hypothese zu Ursache und Bedeutung des Kornkreisphänomens angeboten wird, und alle anderen (wie z.B. Erdenergien, Naturwesen, Bewusstseinsnachilfe, Paralleldimensionen usw.) weggelassen werden. Die im Film angebotene Erklärung lautet: Kornkreise sind von Ausserirdischen errichtete Navigationshilfen, um die grossen Städte auf dieser Welt gezielt und koordiniert angreifen zu können.

Und diese Theorie wird dann auch filmisch voll ausgekostet um dem Zuschauer den Angstschweiss auf die Stirn und mit Hilfe von dramatischem (und sehr lautem) Sound sowie Hitchcock-ähnlicher Kameraaführung die Fingernägel in die Stuhllehnen zu treiben. Mel Gibson macht als Familienvater, der zuerst seine Frau und dadurch seinen Glauben an Gott verloren hat, einen eher hilflosen Eindruck, da er trotz gutgemeinten Moralpredigten und zugenagelten Türen die beiden Kinder nicht vor den Aliens beschützen kann, sondern durch einen (vorauszusehenden) tolpatschigen Fehler seinen Sohn sogar in die Arme des Bösen liefert.

Die ganze Stimmung im Film ist Lichtjahre entfernt von der ästhetischen Ausstrahlung der echten Kornkreise und des positiven beeindruckten Staunens, das bei den meisten Menschen ausgelöst wird, die sich mit dem Kornkreisphänomen zu befassen beginnen. Vermutlich wird der Film (wie in Amerika) trotzdem mit hohen Besucherzahlen die Kasse klingeln lassen, aber wer wird im Kino sitzen? Ich wage die Prognose, dass sich nach kurzer Zeit und reger Mund-zu-Mund Propaganda das Publikum verändern wird. Diejenigen, die einen zwar spannenden, aber thematisch objektiven Spielfilm rund ums Kornkreisphänomen erwartet haben, werden ausbleiben und durch solche ersetzt, die schon lange auf Independence 2 warten. (Für nicht Insider: Independence 1 ist ein Hollywood-Streifen, der ebenfalls die Invasion durch Ausserirdische zum Thema hat.)

Zurück bleiben bei mir schwere Bedenken, wenn ich an die möglichen Folgen einer solchen Darstellung auf die öffentliche Meinung zum Kornkreisphänomen denke. Wird hier das momentane Interesse an den Kornkreisen als Aufhänger missbraucht um einen weiteren Horrorfilm zu vermarkten? Falls dahinter eine Absicht steckt, so hoffe ich, dass sie zu plump und zu direkt aufgetragen ist, und dadurch nicht allzu grossen Schaden anrichten wird. Ich bin überzeugt, dass die allermeisten Menschen, die sich ernsthaft mit dem Kornkreisphänomen beschäftigen wollen, das Niveau auf welchem hier der Regisseur dieses Thema umgesetzt hat, längst überschritten haben und sich mit dem Geld lieber ein Sachbuch als ein Kinobillett kaufen werden.

Trotzdem gibt es auch Positives zu vermerken: Die Daueranspannung wird durch Situationskomik aufgelockert, die netzhautbelastenden Special-Effekte sind sehr selten (was sicher auch das Produktions-Budget geschont hat) und es gibt kaum Blut oder Leichen zu sehen. Trotzdem ist der Film nicht für Kinder unter 20 Jahren zu empfehlen.

Bleibt zu hoffen, dass der zweite Film zum Thema Kornkreise (A place to Stay), der noch dieses Jahr in die Kinos kommen sollte, positivere Eindrücke hinterlassen wird.

9.08.02 Thomas Peterlunger


Filmkritik von Werner Anderhub

Kritik zu "Signs" mit Hintergrundgedanken

Vor wenigen Tagen konnte auch ich den Film "Signs" vorkosten. Da ich von Personen um inhaltliche Angaben wusste, die vor Monaten eine Vor-Vorpremiere in Los Angeles gesehen hatten, lief ich nicht unvorbereitet und mit falschen Hoffnungen in diese Vorpremiere. Ich war mir bewusst, dass die im Film darbestellten Inhalte mit meinen Erfahrungen und der Realität der Kornkreise nichts Gemeinsames haben. Dennoch kamen bei mir während und nach dem Film frustrierende Gefühle auf. Die Gründe dafür liegen bei den verdrehten oder falsch dargelegten Sachverhalten, auf die ich untenstehend noch eingehen möchte. In vielen Belangen schliesse ich mich den bereits von Thomas Peterlunger gemachten Äusserungen an. Da möchte ich mich nicht wiederholen. Der Film ist für mich überflüssig und irreführend. Selbst dann, wenn er einzig Unterhaltungszweck vorzuschieben versucht. Muss denn dem Unterhaltungswahn immer die Realität geopfert werden?

Der Kornkreisrealität widersprechende Darlegungen:

In neun Jahren Feldforschungstätigkeit vor Ort des Geschehens (bei unzähligen Nachtstunden) bin ich bisher in keinem einzigen Fall aggressiven, uns feindlich gesinnten Wesen aus einer andern Welt begegnet, noch von ihnen durch die Felder gejagt worden.

Es gab mehrere meine eigenen Grenzen überschreitenden Erlebnisse und Erfahrungen in dieser Zeitspanne. Das hat bei mir ehrfurchtgebietende Gefühle angesprochen, aber nie und nimmer Angst und Schrecken verbreitet. Der Film missbraucht die Kornkreisthematik für etwas, was nicht den bisherigen Erfahrungen der Forschung entspricht.

Im einen oder andern Beispiel kam es auch bei mir zu Sichtungen von mir unbekannten, nicht ins übliche westliche Denkgebäude einzuordnenden fliegenden Lichtobjekten (kleine, wie auch grosse Erscheinungen). Von daher bin ich auch an der sogenannten UFO-Thematik interessiert. Ein direkter Zusammenhang zwischen jenen UFO's und den Kornkreisen ist für mich bis zum heutigen Tag jedoch noch nicht zwingend abzuleiten. Beides sind dennoch reale Phänomene, die zu studieren es sich für mich lohnt.

Zum Thema UFO's gibt es eine Studie, die bezüglich der dafür verantwortlichen Arbeitsgruppe und der darin gemachten Transparenz einzigartig ist weltweit. "UFO-Welle über Belgien" ist eine 1200 Seiten umfassende Schrift, für deren Existenz sowohl die belgische Luftwaffe, der landesweite Polizeiapparat, mehrere Wissenschaftler, Ufologen und grosse Teile der belgischen Öffentlichkeit zuständig sind. Bezug nimmt diese umfassende Arbeit auf Ereignisse, die sich in den Jahren 1989-1993 in Belgien abgespielt hatten. Diese Studie wird allen Menschen, die noch wenig oder ein auf Vorurteilen basierendes Wissen zu dieser Thematik haben, wertvolle, überzeugende Denkanstösse vermitteln.

Im Film wird über den Fernseher der Farmersfamilie Hess der Luftraum von Mexiko als ein Schauplatz der uns feindlich erscheinenden Ausserirdischen gezeigt. Dabei handelt es sich nach meiner Einschätzung zwar um authentisches Videomaterial, welches jedoch in einem falschen Zusammenhang erwähnt wird. Mexiko hatte in den vergangenen 10 Jahren richtiggehende Sichtungswellen von unbekannten Objekten im Luftraum. Diese jedoch in eine uns bedrohliche Situation zu stellen, entspricht nicht den realen Begebenheiten, was Behörden und Militärs in mehreren Fällen bestätigen. Dazu sind reichlich Videomaterial und umfangreiche Berichte vorhanden und für alle Interessierten einsehbar (siehe auch "Das Geheimnis der Kornkreise" Anderhub/Roth auf S. 114ff).

Existiert ein aktuelles Thema, welches eher den Vorstellungen der Filmverantwortlichen von "Signs" einen passenden Hintergrund hätte liefern können?

Da braucht man nicht die Kornkreisthematik zu missbrauchen, um ein auf Angst und Schrecken basierendes Horrorszenario mit feindlichen Ausserirdischen aufzubauen. Seit ungefähr 50 Jahren ist ein weltweit auftauchendes Thema tausendfach unter dem Begriff "Animal Mutilations" bekannt. Der Name ist zwar irreführend, denn es handelt sich weniger um mit Verstümmelungsmerkmalen tot aufgefundene Tiere (vorwiegend Rinder, Kühe, Kälber, Pferde). Vielmehr sind diesen Tieren gezielt Organe (oft primäre und sekundäre Geschlechtsorgane) und andere Organe und Körperteile operativ entnommen, die viele Fragen offen lassen. Die Schnitte sind derart präzise ausgeführt, dass Farmer, Tiermediziner, Polizisten und andere Betroffene sich dies nicht erklären können und viel eher von einer angewandten Lasertechnologie sprechen, die in vielen Fällen keine Blutspuren hinterlässt. Nur wer oder was ist im Stande, draussen auf den Viehweiden solches anzurichten? Und da in manchen Fällen schon eigenartige Lichtobjekte parallel zu solchen Erscheinungen beobachtet wurden, zielt ein Erklärungsmodell in Richtung "auf der Erde genetisch experimentierende Ausserirdische". Ich meine, dieses reale, in der Öffentlichkeit jedoch noch wenig bekannte Szenario um die "Animal Mutilations" hätte einen viel treffenderen Hintergrund zum Film abgegeben als die Kornkreise. Ob die Filmverantwortlichen dies nicht wussten oder ob die Kornkreise bewusst missbraucht wurden, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Grundsätzliches zum Thema Ausserirdische

Ob der Erdplanet der einzige im Universum existierende Ort mit Lebensformen ist oder nicht, hängt einerseits vom Wissen, Denken und Glauben eines jeden Menschen ab. Da es inzwischen überzeugende Indizien gibt, die viel eher für ein belebtes Universum denn für ein unbelebtes sprechen, möchte ich noch etwas in Bildsprache anfügen. Wenn Sie zum jetzigen Zeitpunkt eine Beschreibung der menschlichen Lebensform abgeben müssten und diese als generell friedliebend und hilfsbereit bezeichnen würden, träfe dies genauso nur auf einen Teilaspekt zu, wie wenn Sie behaupteten, die Menschen seien allesamt bösartige, aggressive Monster. Mit etwas Differenzierungsvermögen erkennt ein jeder, dass das menschliche Wesen vielschichtig ist, in jedem vieles vorhanden und je nach Bedingungen so oder so zum Ausleben und nach aussen in Erscheinung zu tragen kommt.

Und genau so unterschiedlich in Entwicklung und Verhalten stelle ich mir die Wesen aus dem Universum vor. Und wer uns zu manipulieren versucht, anderes Leben aus dem Kosmos müsse zwingend nur in feindlichen und bösartigen Absichten daherkommen, ist wohl geblendet von zu viel irdischer Aggressivität. Ich denke, die Erde mit ihren vielfältigen Lebensformen stellt ein idealer Schulungsplatz dar, um Grundsätzliches über das physische und nicht physische Universum begreifen zu lernen.

Belp im September 2002