Kornkreisfälschergruppe im Kanton BERN

Unser seit langem gehegter Verdacht hat sich nun bestätigt: Eine kleine Fälschergruppe ist für mindestens 10 Korn- bzw. Graskreise in der Region Bern zuständig.

Vorgeschichte

Wir von KORE’s werden oft von Jugendlichen, Lehrlingen und Schülern um Auskünfte und Interviews zum Thema Kornkreise angefragt. Grundsätzlich freut es uns, dass die junge Generation sich sehr für diese Sache interessiert und daher dieses Phänomen als Thema für ihre in der Schule oder Lehre geforderten Vortrags- oder Selbstvertiefungsarbeiten wählen. Da wir aus zeitlichen Gründen nicht alle Anfragen persönlich beantworten können, haben wir auf unserer Homepage eine Seite mit den häufigsten Fragen und Antworten angefügt.

Die uns heute als Kornkreisfälscher bekannten Personen habe ich ebenfalls aufgrund einer solchen Anfrage kennen gelernt, wobei ich zu dieser Zeit natürlich noch keinen Verdacht hegte. Sie haben mich bei mir daheim interviewt, um Angaben für ihre Vortragsarbeit zu erhalten.

Vorsicht

Der Bekanntheitsgrad des Kornkreisphänomens in der Schweiz ist in den letzten Jahren durch vermehrte Beiträge in den Medien – und nicht zuletzt auch durch unsere Öffentlichkeitsarbeit – stetig gestiegen, und so war uns auch bewusst, dass der Anreiz, selbst Kornkreismuster in die Felder zu legen, für immer mehr Menschen grösser werden würde. Daher standen wir jeder neuen Entdeckung stets sehr kritisch gegenüber. Erfahrungen mit einzelnen, nicht bei uns vorab gemeldeten Legeversuchen mussten wir bereits im Jahre 2004 machen.

Beim ersten Graskreis im Kanton Bern (bei Mamishaus 13.9.2005), war für uns schnell klar, dass wir es hier mit einer Figur menschlichen Ursprungs zu tun hatten.

Bei der Nachkontrolle der KK-Meldeformulare fiel später auf, dass dieser Graskreis von den Machern gleich selbst an uns gemeldet wurde!

Die im Februar dieses Jahres an uns gemeldeten Schneekreise (ebenfalls bei Mamishaus) wurden uns erst nachträglich als Experimentalkreise für die Selbstvertiefungsarbeit gemeldet. Von denselben Personen, die mich interviewt hatten. Von diesem Zeitpunkt an behielten wir diese im Auge.

Als sie im Innenhof ihres Gewerbeschulhauses einen Graskreis als Demonstrationsobjekt für ihre Abschlussarbeit ankündigten, nutzte ich die Chance und dokumentierte ohne Vorwarnung mit Film- und Fotoapparat ihr Vorgehen.

Bei weiteren im Jahre 2005 aufgetauchten Graskreisen wie z.B. Lohnstorf, hat sich unser von Anfang an gehegter Verdacht diesen Personen gegenüber nun bestätigt.

Schlussendlich wurde einer der Fälscher bei seiner Nachkontrolle des Graskreises bei Münsingen überrascht. Dank meiner darauffolgenden Befragung und unter dem Druck des immer grösser werdenden Lügengerüsts hat sich der Fälscher dann zu einem Geständnis durchgerungen.

Vermutlich um einer Anzeige auszuweichen und um nicht noch mehr Schaden zu erleiden, haben sie sich dann entschlossen, die Flucht nach vorn anzutreten und sind mit Plänen und Fotos der von ihnen angefertigten Kornkreisen bei mir aufgetaucht.

Für folgende Kornkreise erklärt sich die Gruppe als verantwortlich

Noch ein Hinweis:

Falls sie sich jetzt wundern, werte Kornkreisinteressierte, weshalb einige der hier aufgeführten Kreise bisher nicht auf unserer Homepage aufgeführt waren, so liegt dies in unserer Philosophie begründet: Wenn wir uns sicher sind, dass ein Kornkreis nicht zum echten Phänomen gehört, wollen wir den Fälschern weder eine Plattform noch eine Bildergalerie bieten, um ihr Werk zu veröffentlichen. Denn das ist ja gerade was sie wollen. Wir veröffentlichen also entweder nichts oder nur das Notwendigste, um Mehrfachmeldungen desselben Kreises an uns zu stoppen.

Unterschätzt

Immer wieder stellen wir fest, dass sich kaum jemand, der sich nicht intensiv mit dem Kornkreisphänomen auseinandersetzt, vorstellen kann, welch komplexen und genauen Muster von Menschen ins Feld gelegt werden können. Auch den betroffenen Landwirten fällt es oft schwer, unsere Einschätzung für eine menschliche Ursache „ihres“ Kornkreises anzunehmen.

Wenn gute Planung, Erfahrung im Vermessen, oder der Geometrie sowie Geduld zusammen kommen, so sind erstaunliche Formen möglich. Aber auch einfache Muster, deren zugrundliegende Hilfskonstruktionen nicht sofort erkennbar sind, können in grossem Massstab schon sehr eindrücklich wirken.

Der menschliche Fälscher kann jedoch bei seinem Tun im Felde nicht verhindern, diverse Spuren und Indizien zu hinterlassen.

Dass unsere Beurteilung einer Formation trotzdem manchmal unsicher ausfällt, hängt weniger damit zusammen, dass es sich um eine geniale Arbeit von Fälschern handelt, als vielmehr mit der erschwerten Spurensicherung. Oft sind bereits wenn wir beim Feld eintreffen die Trittspuren von ersten Besuchern oder dem Landwirt selbst überdeckt oder verwischt worden.

Motivation der Fälschergruppe

Die Fälschergruppe hat eine grundsätzlich andere Betrachtungsweise des Kornkreisphänomens: Für sie gibt es keine Kornkreise nichtmenschlichen Ursprungs. D.h. alle wurden von Menschen gemacht. So betrachtet sind für sie alle „echt„ im Sinne von „real“. Ihre bisherigen Erfahrungen haben sie davon überzeugt, dass alle aufgetauchten Formen machbar sind, obwohl die Gruppe selbst bisher auf einem bescheidenen Niveau arbeitet, was Komplexität und Grösse im internationalen Vergleich betrifft.

Sie interessieren sich nun vor allem für die Effekte der im Feld liegenden Geometrien auf die Menschen in der Umgebung. Für die Geschichten und Gerüchte , die im Zusammenhang mit dem Erscheinen eines Kornkreises auftauchen.

Dies ist an und für sich weder illegal noch uninteressant, bedingt aber, dass die Öffentlichkeit noch an die Echtheit der Kornkreise glaubt und nichts von den menschlichen Urhebern weiss. Daher müssen sie bei Nacht und Nebel und ohne Wissen und Erlaubnis des Landwirtes die Felder bearbeiten, was nun aber ganz klar illegal ist.

Wie nun im Nachhinein klar wird, waren sie in mehreren Fällen dafür besorgt, die Gerüchteküche anzuheizen, indem sie ihre eigens gelegten Kreise bei uns meldeten und Menschen vor Ort im Gespräch zu beeinflussen versuchten. Dieses Vorgehen entlarvt ihre wahre Motivation.

Unsere Position

Obwohl sich die Gruppe zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit uns Kornkreisforschern bereit gezeigt hat, werden wir nicht darauf eingehen.

Unsere Forschungsansätze unterscheiden sich so grundlegend, dass eine Zusammenarbeit nicht möglich ist ohne dass wir unsere Glaubwürdigkeit verlieren.

Unser Ziel war stets und ist es immer noch, die Öffentlichkeit wahrheitsgetreu, sachlich korrekt, und möglichst umfassend über das Kornkreisphänomen in der Schweiz zu informieren. Wir sind hauptsächlich am „echten“ Phänomen (im ursprünglichen Sinne) interessiert, und betrachten die Nachahmungen als zeit– und kraftraubende Störung der eigentlichen Forschung.

Dies sehen die direkt betroffenen Landwirte übrigens genauso.

Wir können und wollen nicht unser Wissen über den wahren Ursprung der auftauchenden Kreise der Öffentlichkeit gegenüber verheimlichen und die Fälscher dadurch decken.

Auswirkungen auf die Kornkreisforschung

Die eigentliche Forschung wird durch auftauchende Fälschungen natürlich erschwert.

Sowohl Zeit, Geld, Telefonkosten und nicht zuletzt Benzin werden unnötigerweise in etwas investiert, das eigentlich bekannt wäre und nicht Ziel des Interesses ist.

Das Staunen und der Glaube an echte Kreise werden auf eine harte Probe gestellt, wenn immer wieder falsche Kreise auftauchen.

Das Auslösen von Staunen bei den Menschen, das gemäss eigener Aussage der Fälscher eigentlich auch eines ihrer Ziele ist, wird langfristig gerade durch die Fälschungen verhindert und weicht einer misstrauischen Haltung dem Phänomen gegenüber.

An die Fälscher

Der einzige gangbare Weg, der zu Ergebnissen bezüglich alternativen Forschungszielen führt, ist offene Experimentierarbeit. Das heisst, die Kreise müssen mit dem Wissen, der Erlaubnis und evtl. sogar gegen eine Entschädigung für den entstanden Feldschaden angefertigt werden.

Wir Kornkreisforscher müssen über jeden Experimentalkreis informiert werden, um die Kosten für Anreise und Untersuchung sparen zu können.

Im Gegenzug wären wir bereit, an uns getragene Erfahrungen der Kornkreisbesucher an die Macher weiterzugeben und Erkenntnisse auszutauschen.

An die betroffenen Landwirte und die getäuschte Öffentlichkeit

Die Gruppe besteht aus zwei Hauptakteuren im Lehrabschlussalter und einer dritten Person, die bei einigen Kreisen mitgeholfen hat. Wir veröffentlichen hier bewusst noch keine Namen und Adressen der uns nun namentlich bekannten Fälscher. Sollten die Fälschungen aber nicht abnehmen, werden wir neu entscheiden müssen.

Den betroffenen Landwirten werden wir auf Anfrage hin selbstverständlich die Kontaktadressen weitergeben, so dass diese nachträglich eine Anzeige wegen Landschaden oder Beschädigung an wachsenden Kulturen einreichen können.

Schlusswort

Wir hoffen, dass die folgende Kornkreissaison wieder vermehrt mit echten Kornkreisen nichtmenschlichen Ursprungs aufwarten kann und diejenigen, die mit selbstgemachten Kreisen liebäugeln, ihren Ansatz nochmals überdenken.

Thomas Peterlunger von KORE’s am 26.10.2006
auf www.kornkreise.ch aufgeschaltet am 04.11.2006

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